Schulanfangsphase
Gemeinsames Lernen für die Klassen 1-3
Viele gute Gründe sprechen dafür, dass Kinder in der Schulanfangsphase gemeinsam mit Kindern verschiedener Altersstufen lernen. Daher sollen nach dem neuen Schulgesetz in allen Berliner Grundschulen altersgemischte Klassen aus den Jahrgängen 1 und 2 eingerichtet werden. Wir haben uns entschieden, noch einen Schritt weiterzugehen und auch die Schüler der dritten Klassen mit in diese jahrgangsgemischten Klassen aufzunehmen.
Vorteile dieser Altersmischung liegen unter anderem darin, dass der Klassenverband über drei Jahre bestehen bleibt und in jedem Jahr nur ein Drittel der Schüler in die nächste Klasse geht, bzw. auch nur ein Drittel neue Schüler dazu kommen. Den Kleinen fällt das Eingewöhnen in die Schule leichter, da sie von den Großen die Regeln und Arbeitsweisen in der Klasse abgucken können.
Für die neuen Schüler ist nicht nur die Lehrerin Ansprechpartner, auch die Größeren können schnell einmal helfen. Sie können auch ihr Wissen dabei festigen, wenn sie anderen helfen.
Durch die unterschiedlichen Altersstufen entsteht ein ähnliches soziales Klima wie in einer Familie. Dies ist besonders für Einzelkinder günstig.
Bei Besuchen in anderen Schulen konnten wir beobachten, wie diese ganz andere Art des Lernens aussieht. Es werden im Stuhlkreis gemeinsam Gespräche geführt oder neue Themen eingeführt. Danach arbeiten die Schüler selbständig, jeder seinem Niveau und Können entsprechend an Aufgaben aus dem Wochenplan oder in Arbeitsheften für die jeweilige Klassenstufe. Es ist immer wieder erstaunlich, wie selbständig auch schon die Erstklässler arbeiten können und mit welcher Arbeitsruhe und Konzentration jeder an seinen Aufgaben sitzt.
Der soziale Umgang untereinander ist oftmals besser als in einer „normalen“ Klasse.
In diesem Schuljahr konnten die Schüler und auch wir Lehrerinnen schon einmal Erfahrungen sammeln wie der Unterricht in einer altersgemischten Klasse aussieht. So haben wir Projekttage jeweils mit einer 1. und einer 2.Klasse durchgeführt. Dieses Foto zeigt die Arbeit am Projekt „Die 5 Sinne“.
M. Starfinger