Sport

Mit dem Sportunterricht und allen sportlichen Aktivitäten an unserer Schule verfolgen wir ganz allgemein gesagt ein großes Ziel: Dem zunehmenden Bewegungsmangel unserer Kinder entgegen zu wirken.

Warum Bewegungsmangel?

Während vor 10 oder 20 Jahren es selbstverständlich war, viel draußen herumzutollen, hat sich die Situation für unsere Kinder grundlegend geändert.

Es gibt immer weniger Raum, indem sie ihre Bewegungsbedürfnisse spontan und gefahrlos ausleben können. Kinder spielen häufig allein. Es fehlt an Spielpartnern. Die Wohnung wird zum Spielort, der Fernseher oder Computer hat die Funktion des Spielpartners übernommen. In unserer heutigen Zeit werden die Kinder von akustischen und optischen Reizen überflutet. Die Kinder werden zu Stubenhockern – und das in einem Alter, indem entscheidende wachstums- und reifungsbedingte Veränderungen des Muskel-, Skelett – und Nervensystems ihre Entwicklung prägen.

Das alles ist für uns nicht neu. Aber uns ist oft nicht bewusst, was Kinder durch Bewegung lernen. Kinder bewegen sich aus einem einfachen Grund: Sie empfinden dabei Freude und Spaß. Es liegt eigentlich in unserer Natur uns zu bewegen.

Den Bewegungserfahrungen, die wir bis zum 12. Lebensjahr sammeln, kommt eine besondere Bedeutung zu. Das ist der Zeitraum, indem wir die größten Fortschritte im Erlernen der verschiedenen Bewegungsformen und der koordinativen Fähigkeiten erzielen.

Neue Studien belegen Zusammenhänge zwischen ungenügender Bewegungskontrolle und der zunehmenden Häufigkeit von Unfällen im Kindergarten- und Grundschulalter. Stürze kann man auf mangelndes Gleichgewicht und Zusammenstöße auf geringe Reaktionsfähigkeit zurückführen.

Es gilt als wissenschaftlich anerkannt, dass vielfältige Bewegungserfahrungen den Prozess des Heranwachsens positiv beeinflussen, Bewegungsmangel dagegen ist eine entscheidende Ursache für vielfältige Entwicklungsstörungen.

Die Folgen mangelnder Bewegung:

  • Schon im Kindergarten fallen Kinder auf, die über den Rand ihrer Malhefte malen,
  • keine Linie halten können,
  • zu großen oder zu schwachen Druck auf das Papier ausüben,
  • deren Strichführung zu schwach und zu zittrig ist.

Diese Auffälligkeiten manifestieren sich im weiteren Entwicklungsverlauf sehr schnell in

  • Lernstörungen in der Schule,
  • Haltungsstörungen,
  • Wahrnehmungs- und Koordinationsstörungen,
  • emotional-sozialen Störungen,
  • Verhaltensstörungen.

Das, was viele Erwachsene nicht vermuten, gilt in der Zwischenzeit als wissenschaftlich belegt: der kausale Bezug von Bewegung und geistiger sowie psychisch-emotionaler und sozialer Entwicklung. Kindliche Entwicklung

Wie wirken wir dem Bewegungsmangel entgegen?

I. Ummer