AG Theater
Sieh, der kleine König kommt....
Am 6.6.2008 war es endlich so weit. Lange Monate, Wochen und Tage hatten die Kinder der Theater-AG und die ADHS-Gruppe der Nahariya-Grundschule unter der Leitung von Gerhard Hess, Monika Gysi und Frank Unfug gepaukt, geprobt und am Text gefeilt, die Körpersprache, Mimik und Gestik einzusetzen gelernt und nun wurde ihr Traum von einer Aufführung vor großem Publikum wahr: Sie waren auserkoren mit ihrem Stück „WENN ICH KÖNIG WÄR...“ das Neuköllner Theatertreffen der Grundschulen einzuläuten.
13 äußerst temperamentvolle kleine Königinnen und Könige aus Lichtenrade äußerten bei dieser Gelegenheit durchaus selbstbewusst ihre Ideen und Vorstellungen dazu, wie man sich das Leben als König angenehm gestaltete: Einer baute ganz Lichtenrade zur Disco aus, eine andere wollte die Gropiuspassagen kaufen und vorausschauend gleichzeitig den Kleiderschrank erweitern, andere veränderten planend ihr trauriges Schülerdasein und schafften, die Gelegenheit beim Schopf packend, Mathearbeiten und ähnliche Schüler quälende Martern oder auch gleich die ganze Schule ab. An die Mitmenschen dachte man weniger, aber wenigstens den Tieren galt die Aufmerksamkeit. Die Gehege im Zoo erweiterte man als Königin dann schon.
Dass man es als König nun wahrlich auch nicht leicht hat, das wussten unsere pfiffigen Lichtenrader Kinder ja auch spätestens aus beiden Theaterszenen, die sie mit viel Eifer eingeübt hatten und nun zur Aufführung brachten.
Im Märchen von Wilhelm Hauff soll dem König ein armer Schneider als Sohn untergeschoben werden. Dank des Mutterinstinktes seiner Gemahlin und den beinahe kriminalistischen Fähigkeiten einer guten Fee gelang es jedoch, den wahren Prinzen zu identifizieren und den Schneider seinem Beruf und seiner Berufung zuzuführen. Engagiert und selbstbewusst spielten die Kinder ihre Rollen und so gelang es ihnen, die Herzen der Zuschauer zu gewinnen.
War bis hier der Szenenapplaus schon freundlich, so steigerte sich die Zustimmung des Publikums beim Märchen vom hüpfenden König Hupf. Es beschreibt die Qualen des Königs, der aus Gründen der Staatsräson und der Etikette seine Leidenschaft und Freude, das Hüpfen, per Gesetz verbieten lassen muss. Dabei wird er todsterbenskrank und durch wen gerettet? Sie ahnen es sicher: durch Kinder mit gesundem Menschenverstand, die genau wissen, was dem König fehlt: Bewegung. Der Schlusssatz ging dann im tosenden Applaus fast unter: Bewegung stählt eben nicht nur den Körper, sondern auch den Geist. Wer unterschriebe dies nicht?
Zum guten Schluss überreichte die Leiterin des Gemeinschaftshauses Rudow als Veranstalterin den Kindern eine Urkunde für ihren großen Erfolg!
Bravo und Da Capo unseren Künstlern!
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